Archives Oktober 2007

Simulation – das Allerheilsmittel?

Wer kennt sie nicht, die animierten Simulationen von Logistikprozessen wo z.B. Lastwagen sich an Rampen andocken; Stapler laufend Paletten von A nach B verschieben oder in Lagerzonen bzw unterschiedlichen Lägern abstellen.  Dazu wird die Animation auch noch in 3D gefahren, damit das Ganze  wie echt aussieht.

Solche animierten Simulationen machen sehr viel Eindruck in der Geschäftsleitungsetage und bei soviel hightech ist eine Entscheidung, meist in Millionenhöhe, schnell gefällt. Die Ernüchterung kommt dann einige Monate später, wenn dann die Abläufe und Kosteneinsparungen nicht so sind, wie die Simulation vorgegaugelt hat.

All zu oft wird vergessen dass:

1. Simulationen sind wertlos, wenn die Vorgaben falsch oder unzuriechend analysiert wurden und das Modell nicht ausreichend der Realität entspricht.
   
2. Der Aufwand für eine Simulation und das geforderte Ergebnis müssen in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen. Oft werden Unsicherheiten durch Ueberdimensionierung kompensiert, damit die möglichen Zeitvorgaben eingehalten werden können.
   
3. Die Simulationstechnik ist ein kompliziertes Hilfsmittel. Letztlich liegt sein Wert in einer exakten Beschreibung der Prozesse. Ein übliches Pflichtenheft bringt nicht diese Qualität.
   
4. Die Art der gewünschten Erkenntnis bestimmt die Art des Simulationsmodells.
   
5. Simulationen bringen grundsätzlich wenig Kennzahlen
-Wartezeiten vor Engpässen
-Auslastungsgrad von Ressourcen
-wieviele Objekte gehen pro Zeiteinheit durch das System
-Wie lange wurde die Ressource genutzt oder eben nicht
   

Das heisst nun nicht, dass wir auf Simulationen verzichten sollen. Viel wichtiger scheint mir, dass wir bei diesem Thema den Bodenkontakt nicht verlieren und Simulationen als Validierungsinstrument einsetzen.

 

 

Risiken reduzieren beim Outsourcing der Distributionslogistik

Die Risiken eines Outsourings der Distributionslogistik werden oft unterschätzt. Erst wenn die Ware nicht oder zu spät beim Empfänger ankommt wird die Problematik bewusst.

Gemäss Jeffrey A. Shaffer und Praful Karanth können aber diese Risiken reduziert werden:

Standort Risiken

Logistikstandorte am falschen Ort erhöhen die Transportkosten und reduzieren den Service Level.  Diese Parameter werden bei der Evaluierung eines eigenen Standortes meistens berücksichtigt. Diese werden aber meistens vergessen, wenn ein Logistikdienstleister eingesetzt wird. Dieser wird seine eigenen Lokationen kostendeckend betreiben wollen und nimmt wenig Rücksicht auf Ihre Bedürfnisse.

Es braucht somit zwingend eine Netzwerkkonfiguration unter Berücksichtigung Ihrer Kundenstruktur und den Empfangsorten. Daraus ergibt sich dann eine Mischrechnung sprich Standortkosten versus Transportkosten und Transitzeiten.

Lager  Risiken

Hier muss der Logistikdienstleister sorgfältig ausgesucht werden. Die falsche Wahl bringt neben hohen Kosten auch das Kundenverlustrisiko.

Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kosten müssen transparent geklärt werden.  Dazu gehört auch die Einführung von KPIs, regelmässige Meetings und ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP). Wer das nicht macht wird bald vom Mittbewerber überholt, weil keine Motivation zur Verbesserung der Prozesse, Qualität und Leistung besteht.

Transport  Risiken

Der Logistikdienstleister sollte Ihre Firmenphilisophie kennen. Diese sollte auch in die Zustellung einfliessen.  Es ist ein Unterschied ob ich als Bekleidungshersteller  einen Laden in der Innenstadt  bediene oder eine Baustelle. Werden die Fahrzeuge regelmässig gewartet und auch gewaschen? Werden Sie über Verzögerungen bei der Anlieferung informiert oder erst dann, wenn der Empfänger bei Ihnen reklamiert?

Technologie  Risiken

Moderne Technologie ist heute im Bereich der Distributionslogistik ein MUSS. Sei dies in der Warenwirtschaft, im Flottenmanagement, im Tracking and Tracing, in der Tourenoptimierung oder im Austausch der Sendungsdaten.

Dazu gehören ebenfalls die elektronische Voravisierung, Empfangsbestätigung, Schadensmanagement usw.

Das hilft nicht nur der effizienten Gestaltung der Abwicklung, sondern schafft auch die notwendige Transparenz.

 

Beurteilung und Management von  Risiken

Ob Sie lediglich die Transporte auslagern oder auch das Lager. 2 Fragen sind dabei im Vorfeld zu beantworten:

a) eine umfassende Risikobeurteilung

b) Erstellen von Rahmenbedingungen unter denen ein  Outsourcing erfolgen soll. Diese Rahmenbedingungen bilden anschliessend die Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Logistikdienstleister. Dazu gehören auch die KPIs wie der KVP.

 

Quelle:

Jeffrey A. Shaffer / Praful Karanth – Reducing Risks Inherent in Outsourcing Your Supply Chain – Part II Reduce distribution risks when outsourcing your supply chain – CSCMP  9/2007


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