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Ersatzteillogistik on Demand

Wer qualitativ hochwertige, innovative Maschinen und Geräte kauft, der verlangt heute auch eine flexible, zuverlässige und leistungsfähige Serviceorganisation rund um die Uhr. Dies ist oft noch die einzige Differenzierung gegenüber den Mitbewerbern, welche zudem gewinnbringende Deckungsbeiträge erwirtschaften. Daher gehört die Ersatzteillogistik auch zu den Königsdisziplinen der Logistik.

3D-Drucker werden die Ersatzteillogistik der Zukunft erheblich beeinflussen
Was mit einer Patentanmeldung 1986 durch den amerikanischen Erfinder Charles Hull begann, hat in den letzten Jahren eine enorme Dynamik ausgelöst und die Einwicklungsschritte werden immer kürzer. Der D3-Drucker hat die Logistikwelt erreicht und stellt die bestehenden Ersatzteilkonzepte in den nächsten Jahren definitiv in Frage. Doch die Möglichkeiten dieser Technologie geht weiter. So lassen sich Produkte individuell den Bedürfnissen des Konsumenten anpassen. Die Konsequenzen sind weniger Transporte, weniger Lager, weniger Sicherheitsbestand, weniger Ausschuss, höhere Flexibilität, weniger Komplexität in der Supply Chain um nur einige Punkte zu nennen.
(Studie Gartner August 2013: Enterprise 3D Printing 2-5 Jahre; Consumer 3D Printing 5-10 Jahre)

Produkte
Kontrovers ist die Diskussion, welche Produkte sich eignen. Zum heutigen Zeitpunkt dürfte diese Frage auch nicht abschliessend zu beantworten sein. Aktuelle Drucker sind heute in der Lage, ausser Plastik auch Metall, Gummi und Keramik zu drucken und die Qualität wird immer besser.

An der ABB Technikerschule arbeiten z.B. angehende Konstrukteurinnen und Konstrukteure an unterschiedlichen Anwendungen vom Design mittels CAD bis zur Herstellung im 3D-Drucker. Was hier noch im Schulbetrieb funktionstüchtig produziert wird, ist eine Entwicklungsphase zur „Ersatzteillogistik on Demand“ der Zukunft.

Was die Entwicklung bremsen kann, ist der Trend zu günstigen Druckern aber teuren Materialien, wie wir das bereits von den konventionellen Druckern kennen.

Supply Chains der Zukunft
Der Druck auf traditionelle Supply Chains wird steigen. Es wird nicht mehr in Massen produziert, sondern nach Kundenwunsch, lokal, mit kurzen Durchlaufzeiten und weniger administrativem Aufwand.
Lokale 3D-Druck-Shops werden entstehen wo KMUs, Entwickler, Konsumenten, Architekten u.a. produzieren lassen.

Die Rolle des Logistikdienstleisters und Spediteurs wird sich verändern. So hat UPS bereits auf die Entwicklung reagiert. Das Unternehmen bietet in den USA für Start-ups und KMU’s im Pilotversuch an einigen Standorten Print-Möglichkeiten an.

Herausforderungen
Es gibt Leute die behaupten, dass diese Technologie die Welt noch stärker verändern wird als das Internet. Dabei müssen aber zuerst zahlreiche Herausforderungen gemeistert werden.

Neben Qualitätsstandards, die nicht mehr unabhängig geprüft werden können, gibt es patentrechtliche Fragen, Produktepiraterie und Sicherheitsbedenken. So wurden auch schon Waffen mit 3D-Druckern hergestellt. Auch die World Customs Organization (WCO) befasst sich mit dem Thema. Dabei geht es u.a. um Einnahmeverlust, Exportkontrolle, öffentliche Sicherheit und illegale Verwendung von Blueprints.

Nachhaltigkeit zu teuer?

Viele Unternehmen wünsches sich Nachhaltigkeit in Wertschöpfungsnetzwerken.  Nur wenige sind aber bereit, die notwendigen finanziellen Mittel bereit zu stellen.

Nach einer Umfrage durch Acdenture/CDP bei 2868 Firmen, welche für 14% der weltweiten Emmissionen verantwortlich sind,   ist die Bilanz ernüchtern.

Während immer mehr Firmen über ihre Programme zur Reduktion von Emmissionen informieren, sind die Investitionen in entsprechende Technologien in den letzten Jahren um 22% zurück gegangen.

Dieser Trend wird durch die  Studie von AlixPartners‘ (2013 Executive Survey on Supply Chain Sustainability)  bestätigt.
Investitionen in die Nachhaltigkeit haben erfahrungsgemäss einen höheren Paypack als die 18 Monate, welche Unternehmen bereit sind zu akzeptieren. 65% der Teilnehmer an der Umfrage sehen dann auch hier das grösste Problem von nachhaltigen Wertschöpfungsketten.

Im Gegensatz zu den Investitionen lassen sich Treibhausgase beim Transport oder in der Lagerlogistik  einfacher und auch messbarer reduzieren beispielsweise durch Konsolidierung von Sendungen, Reduktion der Anlieferfrequenzen, energieeffiziente Beleuchtung u.v.m.

Risk Barometer 2014 Schweiz

Die 10 wichtigsten Geschäftsrisiken für das Jahr 2014 von Schweizer Unternehmen gem. Allianz Risiko Barometer:

43% Betriebs- und Lieferkettenunterbrechung
33% Naturkatastrophen wie z.B. Sturm, Ueberschwemmungen, Erdbeben)
24% Feuer, Explosion
21% Rechtliche Veränderungen
19% Marktstagnation oder Wirtschaftsabschwung
15% Reputationsrisiken z.B. aufgrund von Social Media-Kampagnen
14% Verschärfter Wettbewerb
12% Anstieg von Cyberkriminalität, IT-Ausfällen, Spionage
10% Diebstahl, Betrug, Korruption
10% Qualitätsmängel, Serienfehler