Risiken einer Eilgut Terminsendung

Die Klägerin wollte an einer Ausschreibung teilnehmen. Für die Bieter bestand
eine Angebotsfrist bis 30.04.2013, 11.00 Uhr.
Sie beauftragte die Beklagte, welche verschiedene Eiltarife anbot, die Ausschreibungs-unterlagen zu dem Empfänger zu transportieren und wählte den Tarif „Folgetag bis
10.00 Uhr“. Für diesen Eilauftrag zahlte sie ein gegenüber der normalen Beförderung erheblich erhöhtes Entgelt.
Die Sendung traf am Folgetag erst um 11.45 Uhr bei der Empfängerin ein, so dass das Angebot der Klägerin bei der Ausschreibung nicht mehr berücksichtigt wurde.
Die Schadensumme über 72’000.- Euro.  Wie hat das Gericht entschieden?  Lesen Sie hier weiter.

Paketdienstleister: Track and Trace kein echter Mehrwert

Die Schweizerische Post macht es vor. Paketdienstleister bieten bis heute keinen echten Mehrwert beim Tracking und Tracing. Grund liegt im Sendungsstatus, dessen Detailierungsgrad sehr zu wünschen übrig lässt. Meistens sind es Stati, welche eine normale Lieferung zeigen sprich Abholung, Verarbeitung, Zustellung und Abschluss. Kommt es zu Problemen heisst es dann plötzlich „Fehlleitung“. Dieser Stati wird weder erklärt noch ist daraus ersichtlich, wo und was mit der Sendung passiert ist.  Für den Kunden ein schwarzes Loch und er kann nur hoffen, dass sich irgend einmal der Status wieder in eine verständliche Information ändert.

Obwohl die Post einen eindeutigen Barcode als Sendungsidentifikation einsetzt, wird dieser nicht zur Steuerung des Warenflusses verwendet.

Der Kundendienst ist keine wirkliche Hilfe.  Bei telefonischen Anfragen wird der Anrufer auf den nächsten Tag vertröstet. Schriftliche Anfragen werden automatisch verzögert. Der Grund liegt in der Tatsache, dass über 95% aller Pakete spätestens nach 48 Stunden wieder auftauchen. Erst nach der Zustellung wird sich der Kundendienst melden und darauf hinweisen, dass das Paket bereits ausgeliefert ist. Die Kommunikation mit dem Kunden wird so erheblich vereinfacht.

Der Absender bezahlt eine Leistung, die aber nicht erfüllt wird. Anders ausgedrückt, der Kunde fliegt in der Holzklasse obwohl er für die 1. Klasse bezahlt hat. Da die Preisdifferenz bei Paketen gering ist,  wird die Minderleistung  meistens akzeptiert. Folgekosten im eigenen Betrieb, welche durch diese Verzögerung entstehen, gehen dabei vergessen.

Zukünftig können Kunden mit Hilfe der RFID-Technologie die Performance der Paketdienstleister  besser überwachen. Die Verzögerung bleibt, aber die Position der Lieferung kann laufend überwacht werden. Im Gegensatz zur Post wird dann der Kunde beim Status „Fehlleitung“ wissen, wo genau sich das Paket gerade befindet.


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