Distributionslogistik: Partnerschaft ist mehr als nur Zusammenarbeit

Unter diesem Titel habe ich vor mehr als 10 Jahren über die Einstiegsbedingungen für eine Partnerschaft zwischen Spediteur und Verlader geschrieben.  Die Aktualität ist heute genau so gegeben wie damals:

++

Partnerschaften sind so anzulegen, dass sie die Kostensenkungspotentiale entlang der gesamten Wertschöpfungskette für beide Partner interessant machen müssen.  Diese bestehen zudem aus 2 ergänzenden Faktoren:

1. Es braucht ein gewisses Sendungsaufkommen, welches über eine Konzentration auf wenige Dienstleister ermöglicht wird.

2. Die richtige Wahl eines Partner wobei nicht nur der Preis massgebend sein soll, sondern auch die laufende Verbesserung der Auftragsabwicklung, Durchlaufzeiten, Sendungsstatus, Flexibilität, Reaktionsfähigkeit, Innovationspotential, garantierte Laufzeiten auch bei geänderten Rahmenbedingungen, Schadensabwicklung, Kennzahlensystem und Abdeckung zukünftiger Kundenwünsche.

Hier zeigt sich die Differenz zwischen Partnerschaft und reiner Zusammenarbeit. Die Partnerschaft stützt sich dabei auf obige Einstiegsbedingungen und die Zusammenarbeit auf einen Preis-Leistungsvergleich.

Grundsätzliches zur Partnerschaft:

Logistik ist immer ein Teil der Unternehmensstrategie und bestimmt im wesentlichen die Rahmenbedingungen in der Partnerschaft. Sämtliche internen und externen Prozesse über Beschaffung bis hin zum Kunden haben sich danach zu richten. Der Partner muss dabei die Fähigkeit haben, sich auf diese Unternehmensstrategie einzustellen.

Qualität der Leistung ist nicht das ISO-Zertifikat, sondern die innere Haltung  jedes einzelnen Mitarbeitenden. Mangelnde Qualität verursacht hohe Kosten. So haben Untersuchungen ergeben, dass in einem Distributionsunternehmen bei 5% weniger Fehlern der Ertrag bis zu 45% gesteigert werden kann. 

Partnerschaften sind monopolähnlichen Konstellationen, die für einzelne Mitarbeitende nicht einfach zu akzeptieren sind.

  • Fehlen der unmittelbaren Einfluss-und Kontrollmöglichkeiten
  • Risiko der stumpfen Innovationstüchtigkeit
  • Komplexte Leistungspakete sind mit dem Aufbau idiosynkratischer Strukturen verbunden
  • Problematik der Elastizitätsgesichtspunkte z.B. inwieweit das zu erbringende  Lieferserviceniveau auch bei sich im Zeitablauf ändernden Bedingungen steht’s gewährleistet werden kann.

Partnerschaften sind auf Vertrauen aufgebaut und in die Fähigkeit, kundennah und problemlösungsorientiert zu denken. Vertrauen schafft man durch offene, faire und klare Kommunikation. Durch gegenseitige Wertschätzung und durch die Überzeugung, dass der Partner die Probleme besser, schneller und wirtschaftlicher löst als wir es von ihm erwarten.

Oder einfacher ausgedrückt: Nicht an den Fehlern werden wir gemessen,  sondern an der Art mit ihnen umzugehen.

++++

China: befristetes Importverbot für Gefahrgut im Seeverkehr

Zwischen dem 1. Juni und dem 1. Oktober werden sämtliche Importe von Gefahrgut auf dem Seeweg in China verboten.

Betroffen sind die Häfen Beijing, Tianjin, Xingnang, QuinHuangDao, Shanghai, ShenYang, Qingdao und HongKong.

Bei Ankunft von Gefahrgut während obiger Periode, würde diese bei Kostenfolge im Empfangshafen eingelagert.

Es sei nicht ausgeschlossen, so die Speditionsindustrie, dass dieses Verbot später auch  auf die Flughäfen ausgeweitet wird.

 

Quelle:

Internationale Transportzeitschrift (ITZ)