Fusionen sind selten erfolgreich

Seit einigen Jahren wird auf Grund von Statistiken immer wieder darauf hingewiesen, dass Fusionen selten erfolgreich sind.

Auch im SKO Leader August 2007 wird dieses Thema einmal mehr aufgegriffen mit dem Hinweis, dass längerfristig mehr als die Hälfte der Unternehmensfusionen nicht den erwünschten Erfolg bringen.

Vor einigen Jahren gab es eine ähnliche Statistik aus den USA. Dort wurde von rund 64% gesprochen.

Trotzdem geht der Fusionitis munter weiter. Gründe und Argumente beschränken sich meistens auf Synergie und Wachstum.

Eine Garantie gibt es nicht aber um Fusionen erfolgreicher machen zu können, wäre ein „Operations Audit“ während der Due Diligence sicher hilfreich. Bei dieser Methode geht es nicht um reine Finanzkennzahlen wie dies bei M&A so üblich ist, sondern um den Organismus Unternehmung.

Wie schreibt die SKO doch so treffend:

Der Erfolg oder Misserfolg einer Fusion hängt direkt vom Humankapital ab. Das Ziel, dem Topmanagement höhere Bezüge oder den Shareholdern grössere Dividenenden zu verschaffen, motiviert auf Dauer keinen Mitarbeitenden zu Höchstleistungen.

 

Operations Audit

SKO

Bei der Crossrail AG bleibt einiges unklar

Die Crossrail AG in Wiler bei Utzensdorf ist ein Unternehmen im Besitz der australischen Babcock & Brown , welche sich als privates Bahnunternehmen auf den Nord-Süd-Verkehr spezialisiert.

In einem Artikel der Solothurner Zeitung vom 14.12.2006 hat das Unternehmen Gerüchte dementiert, die ein baldiges Ende des Terminals angekündigt haben.  Es gehe zwar auf und ab, aber dies sei saisonal bedingt.  Gleichzeitig wird darüber informiert, dass ein neuer CEO an der Spitze des Unternehmens sei.

Rund 2 Monate später d.h. am 2.2.2007 meldet Crossrail die neue Ausrichtung des Unternehmens. Danach soll der alpenquerende Schiendengüterverkehr und das Engagement in Italien verstärkt werden.  Die Dienste zwischen Domodossola und Wiler bzw Wiler und Duisburg werden eingestellt.  Das Haus-zu-Haus Angebot für die Beförderung der Wechselbehälter wird in diesen Relationen aus dem Markt genommen.

Am 22.6.2007 meldet Crossrail den Verkauf der Speditionsaktivitäten an die Ewals Cargo Care.  Man wolle sich ab sofort nur noch auf Ganzzüge im transalpinen Korridor zwischen Italien, Deutschland, Belgien und Holland konzentrieren.  Auch sollen ab sofort die bisherigen Tür-zu-Tür-Speditions-Aktivitäten zwischen dem Ruhrgebiet und Norditalien durch die Firma Ewwals Cargo Care, ausgeführt werden.  Ewals hätte einen langfristigen Kooperationsvertrag unterzeichnet.  Und weiter steht da…Mit der neuen Unternehmensstrategie, sich von den Speditions-Aktivitäten zu trennen, hat die Crossrail den turn-around erreicht. Zum ersten Mal arbeitet sie auf einer erfolgreichen Basis.

Am 14.8.2007 meldet die Berner Zeitung in einem Artikel, dass der CEO das Unternehmen verlässt.  Crossrail selber hatte darüber nichts verlauten lassen und wurde vermutlich vom Artikel überrascht.

Wie sieht nun die finanzielle Situation der Crossrail AG aus Sicht Babcock & Brown aus:

Am 24.8.2006 meldet das Unternehmen für die ersten 6 Monate 2006 einen Verlust von USD 6.8 Mio und für das ganze 2006 einen Verlust von USD 9.3 Mio. 

Am 23.8.2007 hat Babcock und Brown die Resultate der ersten 6 Monate 2007 veröffentlicht. Das Zwischenergebnis der Crossrail AG sucht man dort vergebens.  Wurde die Firma eventuell schon verkauft?

Anzumerken sei noch, dass im Vergleich zum Vorjahr die Präsentation der Resultate unterschiedlich ausgefallen ist.

Crossrail AG

Babcock & Brown

Wenn aus Theorie Praxis wird

Lesen Sie das Interview von Beat Schlumpf – Studienleiter Logistik der ABB Technikerschule mit Paul Haener, Leiter Industriewerk SBB Cargo AG  in Bellinzone zum Thema

Projektarbeit bei der ABB Technikerschule in der                NZZ Onlline

 

Die ABB Technikerschule in Baden bietet mit dem Bildungsgang Dipl. Logistiker HF eine Ausbildung an, welche zurzeit in der Schweiz einmalig ist. Es handelt sich nicht nur um die höchste Ausbildung auf der Tertiären Stufe die ohne Matura möglich ist, sondern wurde speziell fokussiert auf den internationalen Waren- und Informationsfluss. Dies ganz im Sinne wonach in Zukunft Firmen nur dann einen Wettbewerbsvorteil haben, wenn ihre Supply Chains den Anforderungen nach Schnelligkeit und Flexibilität gerecht werden. Dazu braucht es Spezialisten.